Die Trading-Szene zerlegt sich selbst

Die Trading-Szene zerlegt sich selbst

Liebe Trader,

als ich persönlich mit dem Trading anfing gab es zwar auch schon Börsen-Gurus, die waren mir aber nicht bekannt. Es fehlte schlicht an Medien, die mir alle Spezialisten frei Haus lieferten.

In der Vergangenheit haben Social-Media Kanäle wie Facebook und Youtube die Stars der Szene enorm gepusht. Anfangs waren es nur Standbilder eines Dirk Müller, der immer wieder als Frankfurter Parketthändler in den Nachrichten eingeblendet wurde. „Mister Dax“, wie er genannt wurde, hatte aber die Zeichen der Zeit schnell erkannt. Aus ersten Interviews wurden ganze Talk-Shows. Ob „Cashkurs“, „C(R)ashkurs“ oder „Showdown“ – alles wird als Buch vermarktet. Herr Müller ist ein gern gesehener Vortragsredner und Talkshow-Gast. Auf dem Parkett steht er nicht mehr. Der aufgelegte Fonds (für Privatanleger) mit seinem Namen verlor in der Anfangszeit über 10 % – während die Indizes zulegten. Als Grund mussten Sicherungsgeschäfte herhalten, die einen ordentlichen Teil der Gewinne kosteten – mit anderen Titeln war man wohl im Verlust. Stand Heute ist man immer noch nicht wieder bei Plus/Minus Null. Aber immerhin keine dramatischen Verluste.

In der Doku „Daytrader – Der Traum vom schnellen Geld“ wurden 2012 dann weitere Protagonisten vorgestellt, die bis heute die Szene prägen. Carsten Umland kann noch zu den gemässigten und seriösen Vertretern gezählt werden. Birger Schäfermeyer und sein Zögling Kroum „Koko“ Petkov sind viel bekannter (und teilweise penetranter). Was Schäfermeyer mit seiner Academy und im Trading-Room seit Jahren verspricht, nämlich hohe Gewinne – scheint mit ihm anvertrauten Geldern nicht ganz so gut zu funktionieren. Zu einem „Managed Account“ (also der privaten Vermögensverwaltung) gibt es einen Bericht zu intransparentem Vorgehen und sogar den Vorwurf der Zockerei (s. Brokerdeal). Keiner hat bisher einen Nachweis gemachter Trades, oder über 12 Monate stabile Zahlen von ihm gesehen.

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Ähnlich ergeht es auch anderen Größen der Zunft. Bei Markus Gabel ist in zumindest einem „Managed Account“ der Vermögensverwaltung „Born Stahlberg & Partner“ kein Erfolg zu sehen, wenn man dem Artikel bei Brokerdeal glauben kann (denen angeblich alle Dokumente vorliegen). Auch hier wird von deutlich mehr als halbierten Konten gesprochen (wie bei Schäfermeyer).

In der Runde der Coaches sind Oliver Klemm und Uwe Wagner etwas in der Kritik. Wagner weigert sich anscheinend standhaft selbst seinen auserwählten Jüngern (die rund 7.800 Euro in Ihre Eurex Ausbildung bei ihm investieren) sein Trading live zu zeigen – auch nicht später als Konto-Auszug. Ähnlich geht Klemm vor. Während der Meister in Zypern sitzt und ins Mikrofon spricht wissen die Jünger zu Hause am Bildschirm selten bis gar nicht wie er gerade investiert ist. Das „Projekt“ wie er den Versuch nannte aus 30.000 Euro 1 Million (in ca. 2,5 Jahren) zu machen ist teilweise geschlossen. Zumindest zeigte er hier Transparenz und veröffentlichte alle Konto-Auszüge. Hohe Gewinne sah man nicht – das Erreichen der 1 Million mit diesen Trades wahrscheinlich unmöglich. Was man zugute halten kann: das Konto ist nach 6 Monaten 8 % im Plus. Bitterer Beigeschmack: die Trades betreute er nicht selbst, sondern ein unbekannter „Tom“. Für über 400 Euro Beitrag im Monat eine zweifelhafte Vorstellung. Die normale Trading Ausbildung über 1 Jahr (nur online) kostet über 5.000 Euro.

Wenn wir schon bei 1-Million-Projekt und schwacher Performance sind darf Rene Wolfram nicht fehlen. Der 3. der Trading WM 2013 scheint sein Gespür für die Märkte momentan etwas verloren zu haben. Das Million-Dollar-Race war im voraus zu bezahlen. Die Leistung hinkt aber weit hinterher. Bei vielen Positionen stand ein Minus als Vorzeichen. Ob die Million jemals erreicht wird, ist sehr fraglich.

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Mario Lüddemann, der zertifizierte Coach unter den Coaches scheint mit nagelneuem Büro und motivierten Mitarbeitern ebenfalls sehr an Neukunden interessiert. Neben einem frisch präsentierten Buch zeigte man zuletzt aber ein Video das den Meister bei der Platzierung eines Gewinntrades zeigte – in einer Aufzeichnung. Das es sich um aufgezeichnete Kurse handelte (also praktisch eine Wiederholung) und es nur „exemplarisch“ vorgeführt werden sollte wurde leider nicht erwähnt. Ein aufmerksamer Zuschauer erkannte den Fake und bemängelte das Vorgehen.

Der neue Stern am Coaching Himmel ist Jay Medrow. Der ehemalige Banker aus den USA ist aber noch zu neu im Geschäft. Hier liegen kaum Berichte der Community vor. Die Preise galoppieren trotzdem: das „Professional Training“ mit Seminar und späterer Nachbetreuung kostet 3.997 Euro. Wer nach dem 1 Jahr noch dabeibleiben möchte: weitere 97 Euro im Monat.

Wer sich bei Youtube zum Thema Trading umsieht stolpert unentwegt über Koko Petkov. Das angestrebte Klientel des Darsteller liegt im Alter zwischen 15 und 25 Jahren und ist mit einem Sportwagen und teurer Uhr leicht zu beeindrucken. Der Lebens-Stil soll zeigen, dass man auch mit Laptop oder Tablet am Strand noch mal schnell einen Tausender aus den Märkten ziehen kann. „Bullshit“ möchte man rufen, erinnert sich dann aber an seine gute Kinderstube. Bedauern möchte man die Käufer eines Online Kurses zu 1.500 Euro (der Master-Trader bis 7.000 Euro). Um Koko selbst muss man sich keine Sorgen machen – das Geld scheint schneller rein zukommen als es ausgegeben wird. Sein ehemaliger Angestellter Suat Yeter verspricht für 1.497 Euro ebenfalls ein tolles System und „Strategien mit denen man nicht verlieren kann“. Ganz amüsant an der Sache: der ehemals im Support arbeitende Yeter hat angeblich Teile der Systeme bei Koko entwickelt und dann mitgenommen. Wie der Streit ausgeht kann man sicher bei Youtube weiter verfolgen (wenn man möchte…).

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Die Aufzählung ist sicher nicht komplett und ich möchte den einzelnen Tradern und Coaches auch keine schlechten Absichten unterstellen. Im Prinzip geht es allen darum Kunden vor Dummheiten im Trading zu bewahren, Strategien und eine andere Sichtweise zu vermitteln – eben zu ihrem (hohen) Preis. Wer seriös seine Kunden betreuen will, der sollte auch immer transparent sein. Mit allen Trades und keinen geschönten Statistiken. Bei entsprechendem Erfolg wären Sie dann vielleicht sogar das Geld wert.

Wo möchte ich eigentlich hin mit diesem Artikel?
Während also ausgewiesene „Experten“ nur widerwillig Ihre Performance offenlegen, sehen Sie bei TMP Trading jeden Trade unter „Performance“ bzw. immer rechtzeitig angekündigt. Minustrades fallen nicht unter den Tisch und auch die mtl. Kosten sind akzeptabel. Wo findet man einen profitablen und transparenten Dienst zu 15.- EURO im Monat?
Über etwas mehr Aufmerksamkeit würden wir uns sicher freuen, aber trotzdem sind wir zufrieden mit dem was wir Ihnen als Abonnenten anbieten können. Was uns noch mehr freut: eine große Anzahl an Kunden ist schon länger als 6 Monate dabei – viele haben sogar schon bis April / Mai 2018 verlängert.
Treue Kunden sind unsere persönliche Auszeichnung als Signaldienst.

Weiterhin viel Erfolg wünscht TMP Trading.